
Aktuelle Gesundheit
Gehirntumor!
Die neue Operation, die Hoffnung macht
Vor fünf Jahren wurde er entdeckt, der Krebs im Kopf von Susanne Hoffmann. Eine Operation konnte sie retten. Doch jetzt kehrte der Gehirntumor zurück. Showmaster Rudi Carrell besucht seine todgeweihte Ex-Lebensgefährtin so oft es geht in der Klinik.
Krebs ist grausam. Ganz besonders Gehirntumor. Selbst nach einem chirurgischen Eingriff kommt er meist zurück. Wie bei Rudi Carrells Ex-Lebensgefährtin, der Drehbuchautorin Susanne Hoffmann. Eine neue Operationsmethode gibt nun allerdings Hoffnung, dass ihr vielleicht noch ein paar Jahre geschenkt werden könnten: die FGNN (fluoreszenzgestützte navigierte Neuroendoskopie). Diese Methode wurde im Team unter Leitung von Direktorin Prof. A. E. Trappe in der Neurochirurgischen Klinik der Technischen Universität München am Klinikum rechts der Isar entwickelt.
Bei der herkömmlichen Methode war keine sichere Trennung zwischen krankem und gesundem Gewebe möglich. Noch war sicher, dass alle bösartigen Zellen entfernt wurden.
Die FGNN ist eine Kombination mehrerer Systeme. Sie schließt herkömmliche Risiken weitgehend aus. Durch die "intraoperative Fluoreszenzdetektion" wird zunächst der Tumor sichtbar gemacht, um seine Größe und Lage zu erkennen. Das ermöglicht einen gezielten Einsatz des Endoskops. Dazu bekommt der Patient vorher die körpereigene 5-Aminolävulinsäure (kurz 5-ALA).
5-ALA entwickelt der Körper selber für die Blutbildung. Der Trick ist nun: Große Mengen 5-ALA werden in bösartigen Tumoren in den Farbstoff Protoporphyrin IX umgewandelt. Und das wird unter einem Speziallicht dann sichtbar - es leuchtet rot, Gesundes dunkelblau.
Fünf Elektroden eines chirurgischen Navigationssystems werden am Kopf befestigt. Sie unterstützen zusätzlich die präzise Führung des Endoskopes, aber vor allem sorgen sie für eine dreidimensionale Darstellung während der Operation. So erkennt der Chirurg, ob wirklich alle bösartigen Zellen entfernt wurden. "Davon hängt schließlich die Lebenszeit des Patienten ab", erklärt Dr. Matthias Schröder, 34, der maßgeblich an der Entwicklung beteiligt war.
Und: Mit der neuen Methode wird auch verhindert, dass auch gesundes Gewebe entfernt wird. Bisher verlor der Patient durch großräumiges Wegschneiden des Gewebes oft wichtige neurologische Funktionen z.B. in der Motorik. "Wir schonen das gesunde Gewebe und vermeiden so operationsbedingte Funktionsausfälle", so Dr. Matthias Schröder.
DIE AKTUELLE, Nr.9, 24. Februar 2003, Seite 64